Auf ein Wort mit Jens Eyrich

Gemeindebrandinspektor

Jens Eyrich ist in Hammersbach der Gemeindebrandinspektor, also der Leiter der Feuerwehr. Diese Funktion hat er seit 2014 inne. Vorher war er stellvertretender Gemeindebrandinspektor und Wehrführer der damaligen Ortsteilwehr Marköbel.

Wie sind Sie zur Feuerwehr gekommen?

Mein Patenonkel war Ortsbrandmeister. Durch die verwandtschaftlichen Verbindungen war der Einstieg 1980 in die Jugendfeuerwehr selbstverständlich. Aber es waren damals auch viele Schulkameraden, die mit dazu gekommen sind. Wir waren eine tolle Truppe und das hat sich immer so weiter entwickelt. Die Kameradschaft hält mich bis heute dabei. Noch ein Aspekt: Von Anfang an hat die Technik mich fasziniert. Auch das gilt bis heute.

Die Tätigkeit in der Feuerwehr nimmt viel Zeit in Anspruch. Außerdem erfordert das eine ständige Bereitschaft. Macht Ihre Familie das mit?

Ja, die Feuerwehr nimmt viel Zeit in Anspruch. Das ist eine Gratwanderung zwischen Familie, Beruf
und der Feuerwehr. Ich habe einen guten Arbeitgeber. Da gibt es viel Kulanz. Und bei der Familie ist das auch einfach. Die sind alle mit dabei. Meine Frau ist dazugekommen. Und unsere Töchter sind mit reingewachsen. Die ältere ist in der Einsatzabteilung und die jüngere in der Jugendfeuerwehr.

Wie schaffen Sie es, den Überblick zu bekommen, wenn Sie an einen Einsatzort kommen?

Schon ab der Alarmierung kann ich mir in etwa vorstellen, was auf uns zukommt. Ich habe einen festen Fahrplan im Kopf und stelle mich auf die Situation ein, die uns vermutlich erwarten wird. Ob Wohnungsbrand, schwerer Unfall oder in diesem Jahr schon zwei Mal eine Tierrettung. In 1 bis 2 Minuten bin ich von Zuhause ins Feuerwehrhaus geeilt. Wenn wir uns dort treffen, dann gebe ich bereits die ersten Anweisungen. An der Einsatzstelle muss man sich dann ein Bild von der tatsächlich herrschenden Lage machen. Da hilft es dann auch, dass man während seiner Ausbildung bei Lehrgängen gut vorbereitet wird.

Welcher Einsatz hat Sie am meisten berührt?

Das war ein schwerer Verkehrsunfall vor etwa 17 Jahren. Unsere erste Tochter war gerade geboren. Wir mussten da eine hochschwangere Frau vom Beifahrersitz aus dem Auto schneiden. Ihr zweites Kind auf der Rückbank und ihr Mann vom Fahrersitz waren schon draußen. Im Nachhinein ist alles gut ausgegangen. Das Kind ist gut auf die Welt gekommen und hat keinen Schaden genommen. Aber mein Gefühl war: In dem Kindersitz hätte auch meine Tochter sitzen können.

Kennt ein Feuerwehrmann im Einsatz auch Angst?

Was heißt Angst? Man muss immer wachsam sein, auch wenn es kleinere Einsätze sind. Wir haben einen sehr hohen Ausbildungsstand in der Wehr in Hammersbach. Die Schulungen und Übungen machen die Abläufe vertraut und nehmen die Angst. Wenn man weiß, was die Technik leisten kann, dann ist es überschaubar. Jens Eyrich ist in Hammersbach der Gemeindebrandinspektor, also der Leiter der Feuerwehr. Diese Funktion hat er seit 2014 inne. Vorher war er stellvertretender Gemeindebrandinspektor und Wehrführer der damaligen Ortsteilwehr Marköbel.
Außerdem greift da das Thema Kameradschaft: Der eine passt auf den anderen auf. Das können Kleinigkeiten sein. Zum Beispiel beim Windbruch, wenn die Äste geschnitten werden, schauen die Kollegen, dass da kein weiterer Ast herunterfällt.

Wie wichtig ist für Sie als Leiter der Feuerwehr die Kameradschaft in der Mannschaft?

Wir machen viel zusammen. Wir sind oft im Feuerwehrhaus. Sicher: Der eine kann mit dem einen besser und mit dem anderen schlechter. Und es gibt auch Mal Diskussionen. Das ist wie in der Familie. Aber der Zusammenhalt ist das A und O. Man muss sich auf die anderen immer verlassen können. Schon bei der Jugendfeuerwehr wird die Kameradschaft gelebt. Bei der Kinderfeuerwehr mit 6 bis 10 Jahren fängt es an. Auch Gaudiwettkämpfe, an den teilgenommen wird, fördern den Teamgeist von Anfang an.

Welchen Wunsch haben Sie an die Politik und die Gesellschaft?

Ich kann da nur für die Kommune Hammersbach sprechen. Hier wird Feuerwehr gelebt. Mit dem Bürgermeister und der Verwaltung gibt es keine Probleme. Die sind da und helfen. Das klappt. Der Bürgermeister und auch die Gemeindevertretung sind immer interessiert an unserer Arbeit. Das mag von Kommune zu Kommune anders sein, in Hammersbach passt es. Ich würde mir wünschen, dass das auch in Zukunft so bleibt. Für die Gesellschaft ist die Feuerwehr in Beliebtheitsumfragen ganz oben und genießt Vertrauen. Insofern ist eigentlich alles gut. Wir haben es erst einmal erlebt, dass wir bei einem Einsatz angegangen wurden. Und es gibt leider auch Menschen, die sich vom Martinshorn in der Nacht gestört fühlen und sich beschweren. Hier würde ich mir mehr Anerkennung für unsere Arbeit wünschen. Denn während wir draußen helfen, können sich die Menschen einfach umdrehen und beruhigt weiterschlafen.
Jeder Bürger ist herzlich eingeladen, die Arbeit der Feuerwehr zu unterstützen. Sei es aktiv oder als förderndes Mitglied der Feuerwehrvereine. Es wäre eine tolle Sache, wenn in jeder Familie wenigstens einer aktives oder passives Mitglied bei der Feuerwehrwäre.

Herzlichen Dank für dieses freundliche Gespräch!